ARTUR29 – Ateliertage des Berufsverbandes Bildender Künstlerinnen und Künstler Oberfranken e.V. am 19. und 20. September 2026
Zum 29. Mal öffnen professionelle Künstlerinnen und Künstler in Oberfranken ihre Türen: Am Samstag, 19. September (14–19 Uhr), und Sonntag, 20. September (11–18 Uhr) lädt die Art-Tour „ARTUR29“ zum Blick hinter die Kulissen des kreativen Arbeitens ein.
Stephan Welsch & Lucie Kazda – eine künstlerische Kooperation bei ARTUR29
Im Rahmen von ARTUR29, dem Tag der offenen Ateliers des Berufsverbands Bildender Künstlerinnen und Künstler (BBK Oberfranken e.V.) öffnen am 19. und 20. September 2026 zahlreiche Ateliers in Oberfranken ihre Türen. Auch das Atelier von Stephan Welsch in der Kulturfabrik Cortendorf in Coburg wird an diesem Wochenende wieder zum Ort der Begegnung.
Welsch ausgewählte eigene Arbeiten und gewährt zugleich Einblicke in aktuell entstehende Werke. Als Gast ist die Bayreuther Künstlerin Lucie Kazda mit ausgewählten Arbeiten sowie ihrem Friedensprojekt „Erbe – 1000 Porzellankraniche für den Weltfrieden“ zu sehen.
Ein Atelier wird zum Ort des Dialogs
Die Ateliertage des BBK Oberfranken ermöglichen einen unmittelbaren Zugang zur Kunst: Besucherinnen und Besucher können Künstlerinnen und Künstler dort erleben, wo ihre Arbeiten entstehen, mit ihnen ins Gespräch kommen und einen Blick hinter die Kulissen des künstlerischen Schaffens werfen.
Diesem Gedanken folgend zeigt Stephan Welsch neben ausgewählten Arbeiten aus seiner Serie „Black Sunlight“ auch Werke aus der aktuell noch in Arbeit befindlichen Serie „The Anatomy of Control“. Der Atelierbesuch eröffnet damit nicht nur den Blick auf fertige Arbeiten, sondern auch auf den offenen Prozess ihrer Entstehung.
Das Atelier wird zum Arbeits- und Ausstellungsraum zugleich. Ideen, Entscheidungen, Veränderungen und die Entwicklung eines Werkes bleiben dabei unmittelbar erfahrbar. Gerade das Unabgeschlossene ermöglicht einen anderen Zugang zur Kunst: Der Besucher begegnet nicht nur dem fertigen Bild, sondern auch dem Prozess, der ihm vorausgeht.
Mit der Präsentation von Lucie Kazdas Arbeiten entsteht darüber hinaus ein Dialog zwischen zwei eigenständigen künstlerischen Positionen. Unterschiedliche Zugänge zu Licht, Farbe, Form und Wahrnehmung treffen aufeinander und eröffnen Raum für neue Assoziationen.
Lucie Kazda – Kunst als Metamorphose
Lucie Kazdas künstlerische Arbeiten sind ein Akt der Metamorphose. Sie bewegen sich an Grenzen und überschreiten diese – dort, wo Licht auf Schatten trifft, wo Farbe beginnt, sich aufzulösen, und das Gegenständliche form…los wird.
Wenn das Erkennbare verschwindet, öffnet sich ein neuer Raum: ein Raum für Wahrnehmung, Emotion und Veränderung. Licht und Farbe werden zu einer Brücke in das Unterbewusstsein.
„Meine künstlerische Arbeit geht über reine Darstellung hinaus“, beschreibt Lucie Kazda ihren Ansatz. „Sie ist Ausdruck meiner persönlichen Auseinandersetzung mit Geschichte, Verantwortung und der Hoffnung auf eine friedlichere Welt.“
Ein Gedanke begleitet ihr Schaffen dabei besonders. Die Worte der Holocaust-Überlebenden Margot Friedländer sind für die Künstlerin zu einer wichtigen Orientierung geworden:
„Schaut nicht auf das, was euch trennt. Schaut auf das, was euch verbindet.“
Dieser Satz bildet ein wesentliches Fundament von Kazdas künstlerischem Denken. Ihre Projekte beschäftigen sich mit der Frage, was Menschen, Kulturen und Generationen miteinander verbindet – und welche Verantwortung wir für die Welt tragen, die wir hinterlassen.
„Erbe – 1000 Porzellankraniche für den Weltfrieden“
Im Mittelpunkt von Kazdas Friedensprojekt steht die Installation „Erbe“ mit 1000 handgegossenen Porzellankranichen, die scheinbar schwebend über einer rund 2,5 Meter großen, in Öl gemalten Weltkarte kreisen.
Der Kranich ist in vielen Kulturen ein Symbol für Hoffnung, Glück, Langlebigkeit und Frieden. Die Zahl 1000 steht für den tiefen Wunsch, dass Frieden nicht nur eine Vision bleibt, sondern Wirklichkeit werden kann.
Ein besonderer Bestandteil des Projekts sind die goldenen Kraniche. Sie werden persönlich an Bürgermeisterinnen und Bürgermeister sowie weitere Vertreterinnen und Vertreter des öffentlichen Lebens überreicht – als Botschafter des Friedens und als Zeichen einer gelebten Verbundenheit über Grenzen hinweg.
Bereits überreicht wurden goldene Kraniche an:
- Kazumi Matsui, Bürgermeister von Hiroshima, am 23. Mai 2025
- Thomas Ebersberger, Oberbürgermeister von Bayreuth, am 8. Juli 2025
- Belit Onay, Oberbürgermeister von Hannover, am 6. August 2026
- Shinsuke Toda, Generalkonsul von Japan in Hamburg, am 6. August 2026
Darüber hinaus tragen 166 Kraniche eine besondere Markierung. Sie stehen symbolisch für die Mitgliedstaaten des internationalen Städtenetzwerks Mayors for Peace, das sich weltweit für Frieden und insbesondere für die Abschaffung von Atomwaffen einsetzt.
Frieden soll wachsen
Der jährliche Flaggentag der Mayors for Peace am 8. Juli bietet hierfür ein besonders starkes öffentliches Zeichen. An diesem Tag hissen zahlreiche Mitgliedsstädte die Friedensflagge und erinnern an die gemeinsame Verantwortung für nukleare Abrüstung.
„Frieden soll wachsen“ ist damit nicht nur ein Gedanke innerhalb des Kunstprojekts, sondern eine Einladung zum gemeinsamen Handeln.
Ein Kranich kann eine Botschaft überbringen.
Ein Baum kann Wurzeln schlagen.
Und eine Stadt kann ein Zeichen setzen.
Zwei Positionen – ein Raum für Begegnung
Die Kooperation von Stephan Welsch und Lucie Kazda verbindet zwei eigenständige künstlerische Positionen und zugleich unterschiedliche Ebenen von Kunst.
Auf der einen Seite steht die unmittelbare sinnliche Erfahrung von Licht, Farbe und Form, auf der anderen die gesellschaftliche Dimension von Erinnerung, Verantwortung und Frieden. Dazwischen liegt der offene Raum des Ateliers – ein Ort des Arbeitens, Suchens und Veränderns.
So wird „Zwischen Licht und Schatten“ mehr als ein Ausstellungstitel. Die Präsentation lädt dazu ein, Grenzen wahrzunehmen und Übergänge zu entdecken: zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit, zwischen fertigem Werk und Entstehungsprozess, zwischen individueller Wahrnehmung und gesellschaftlicher Verantwortung.
Die Besucherinnen und Besucher sind eingeladen, Kunst unmittelbar zu erleben, mit den Künstlern ins Gespräch zu kommen und einen persönlichen Blick auf die unterschiedlichen Wege zu werfen, auf denen Kunst entsteht.
Kommen Sie vorbei, begegnen Sie der Kunst und werden Sie Teil einer Friedensbotschaft, die die Kraniche in die Welt tragen.
Frieden beginnt mit Erinnerung, Verantwortung – und mit dem, was uns verbindet.
Ob Malerei, Bildhauerei, Druckgrafik, Textilkunst, Keramik oder Goldschmiedekunst – in den Ateliers gibt es fertige Werke, Arbeiten im Entstehen, spannende Arbeitsdemonstrationen und inspirierende Gespräche. Besucherinnen und Besucher können direkt in die Atmosphäre der Ateliers eintauchen, Schaffensprozesse miterleben und mit Kunstschaffenden über Ideen, Techniken und Hintergründe diskutieren.
Neben Coburg beteiligen sich Ateliers in Kronach, Kulmbach, Bamberg, Hallstadt, Untermerzbach, Bindlach, Hofheim/Ufr. und Königsberg.
Alle Infos und Adressen: www.bbk-oberfranken.de

