Meine Arbeiten entstehen in Werkgruppen.
Jede Serie untersucht eine eigenständige Fragestellung und entwickelt dafür eine eigene Bildsprache.
THEMEN
THE ANATOMY OF CONTROL
Ausdruck tiefer Ängste, Emotionen und Seinszustände
The Anatomy of Control untersucht Kontrolle nicht als Ausdruck von Macht, sondern als psychologische Reaktion auf Verletzlichkeit.
Jedes Werk steht für eine andere Phase desselben inneren Prozesses. Die Gemälde fragen danach, was geschieht, wenn Schutz allmählich zu Gefangenschaft wird, wenn Masken die eigene Identität ersetzen und der Wunsch nach Sicherheit beginnt, unser Leben zu bestimmen.
Anstatt konkrete Geschichten zu erzählen, erforscht die Serie unsichtbare psychologische Mechanismen anhand der menschlichen Figur. Gestik, Körperhaltung und subtile symbolische Elemente werden zu Metaphern für Angst, Identität, Abhängigkeit und Transformation.
In einer bewusst reduzierten, überwiegend monochromen Farbwelt und mit vielschichtigen Öllasuren versuche ich, alles Überflüssige auszublenden und den Blick auf die emotionale Präsenz der Figuren zu lenken. Jedes Gemälde lädt zu einer langsamen Betrachtung ein und offenbart mit der Zeit weitere Zusammenhänge und Bedeutungsebenen.
Letztlich handelt The Anatomy of Control nicht von der Kontrolle über andere.
Es handelt von den unsichtbaren Strukturen, die wir errichten, um uns zu schützen – und von dem Moment, in dem wir erkennen, dass sie begonnen haben, uns selbst zu kontrollieren.

BLACK SUNLIGHT
UMKEHR DER BILDBETRACHTUNG
In der Welt der Kunst gibt es eine Vielzahl von Ausdrucksformen, die die Sinne ansprechen und die Vorstellungskraft anregen. Eine faszinierende Variante davon ist die Malerei ausschließlich mit schwarzer Farbe, die in ihrer Einfachheit und Intensität eine ganz eigene Welt erschafft.
Der französische Künstler Pierre Soulages, geb. 1919 in Rodez Frankreich, gilt als Begründer dieser Bewegung. Er wurde oft als „Maler des schwarzen Lichts“ bezeichnet – er selbst nannte es outrenoir (Jenseits von Schwarz).
Black Sunlight ist eine fortlaufende Werkserie, die sich mit Wahrnehmung, Materialität und der Beziehung zwischen Licht und Oberfläche auseinandersetzt.
Im Zentrum der Arbeiten steht nicht die Farbe Schwarz als Symbol, sondern ihre Fähigkeit, Licht sichtbar zu machen. Durch den bewussten Einsatz unterschiedlicher Oberflächenstrukturen entstehen Gemälde, deren Erscheinungsbild sich mit jeder Veränderung des Lichteinfalls und des Blickwinkels verändert. Das Bild ist kein statisches Objekt, sondern entwickelt sich in der Wahrnehmung des Betrachters ständig weiter.
Die Serie untersucht den Moment, in dem Malerei über das rein Visuelle hinausgeht und zu einer räumlichen Erfahrung wird. Glänzende und matte Partien, reliefartige Strukturen sowie fein abgestimmte Schichtungen erzeugen subtile Kontraste, die erst in der unmittelbaren Begegnung mit dem Original vollständig erfahrbar werden.
Die bewusste Reduktion auf eine nahezu monochrome Bildsprache lenkt den Blick auf Licht, Material und Präsenz. Ohne erzählerische Elemente oder eindeutige Symbolik entstehen offene Bildräume, die den Betrachter dazu einladen, die eigene Wahrnehmung zu hinterfragen.
Mit Black Sunlight untersucht Stephan Welsch nicht das Fehlen von Licht, sondern dessen Sichtbarkeit. Die Serie versteht Licht nicht als Mittel zur Darstellung eines Motivs, sondern als aktiven Bestandteil der Malerei selbst. Jede Veränderung der Umgebung verändert zugleich das Bild – und macht den Betrachter zu einem wesentlichen Teil des Werkes.
FENSTER IN ANDERE WELTEN
ANSATZ & HEREANGEHENSWEISE
Ich bin ein abstrakt-expressionistischer Maler und verfolge einen vielschichtigen Ansatz, der aus drei essenziellen Komponenten besteht – das Geplante, die Komposition und der gesteuerte Zufall.
Diese Elemente verschmelzen auf der Leinwand zu einer harmonischen Symbiose, die den Betrachter in eine Welt aus Atmosphären, Gefühlswelten und Stimmungen entführt.
Das Geplante bildet das erste Fundament meiner Werke. In der Phase der Farbwahl und -bestimmung manifestieren sich meine kreativen Absichten. Hier wähle ich bewusst die Farbpalette, die als Leinwand für die Emotionen und Stimmungen meiner Werke dient und ein Gesamtbild schafft, das den Betrachter in eine einzigartige narrative Erfahrung eintauchen lässt.
Die Komposition ist das Gerüst, auf dem meine künstlerische Vision ruht. In mehreren Schichten entsteht ein harmonisches Zusammenspiel von Farben und Formen. Hierbei nutze ich eine Vielzahl von Werkzeugen, angefangen von selbstangefertigten Pinseln bis hin zu Schwämmen. Während ich intuitiv arbeite, entstehen flache Farbverläufe und grobe Strukturen, die bewusst von Licht durchzogen sind. Diese Elemente tragen zur Erschaffung von Balance und Harmonie auf der Leinwand bei und laden den Betrachter dazu ein, in die Tiefe meiner Kunst einzutauchen.
Der gesteuerte Zufall führt zu einer faszinierenden Wendung in meiner Arbeit. In dieser finalen Phase nutze ich Rakel, um eine dynamische und doch kontrollierte Bewegung über die Leinwand auszuführen. Dieser Prozess erzeugt beeindruckende Farbübergänge, Oberflächenbrüche und eine mystische Tiefe. Diese scheinbar zufälligen Elemente öffnen den Blick auf verborgene Schichten darunter, schaffen vielschichtige, verschwommene Effekte und eröffnen dem Betrachter neue Fenster, Ausblicke und Einblicke in die Essenz des Bildes.


